Wer sich für die häusliche Pflege von Demenzkranken entscheidet, unterschätzt häufig die Belastungen, die eine solche Betreuung für die pflegende Person bedeutet. Für viele ist der Austausch mit anderen besonders wichtig – unsere Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzkranken bietet hierzu die Möglichkeit.
Hohe Belastung Angehöriger von Demenzerkrankten
Die Angehörigen von demenzkranken Menschen leisten Unvorstellbares – und sind so enormen körperlichen und mentalen Belastungen ausgesetzt. Studien zeigen, dass pflegende Angehörige von Demenzkranken stärker unter Stress und Depressionen leiden als andere pflegende Angehörige. Gründe hierfür sind sowohl der intensive Betreuungsaufwand, den die Pflege von an Demenz Erkrankten erfordert, als auch die Wesensveränderung, die bei den Patienten zu beobachten ist. So erleben Angehörige von Demenzkranken ihre Eltern oder Ehepartner häufig als aggressiv oder desorientiert. Sie müssen damit umgehen, dass die vertrauten Personen einfachste Aufgaben nicht mehr erledigen können, unvernünftig und sich selbst gefährdend handeln oder inkontinent werden. Viele Angehörige beschreiben den Verlust der vertrauten Person als (Kommunikations-)Partner als besonders belastend. Zudem müssen viele Demenzkranke rund um die Uhr betreut werden. Für die pflegenden Angehörigen bedeutet dies eine massive Einschränkung persönlicher Freiräume und die Gefahr, den Kontakt zu Freunden und Verwandten zu verlieren.
Hilfe für pflegende Angehörige
Besonders wichtig ist es deshalb für Angehörige von Demenzkranken, die eigene Belastung im Blick zu behalten. Ein offener Umgang mit der Erkrankung hilft dabei. Nur, wer sich umfassend über den richtigen Umgang mit den Patienten und Unterstützungsmöglichkeiten informiert, schafft es, die eigene Situation realistisch einzuschätzen und rechtzeitig andere um Hilfe zu bitten. Diese kann durch Freunde und Familienangehörige, Ehrenamtliche oder Pflegedienstleister erfolgen. Zudem sollten pflegende Angehörige ihr eigenes Wohlbefinden nicht aus den Augen verlieren: Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und unternehmen Sie Dinge, die Ihnen guttun. Entspannen Sie aktiv und halten Sie Kontakt zu Ihren Liebsten.
Unser Angebot zur Selbsthilfe
Der Austausch mit anderen Angehörigen kann ebenfalls helfen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und das Belastungsempfinden so zu reduzieren. Das passende Stichwort hierzu lautet: Selbsthilfe. In unserer Selbsthilfegruppe für Angehörige fördern wir den Austausch mit anderen Angehörigen in regelmäßigen Gesprächsrunden. Hier können Sie mit anderen Betroffenen über ihre Erlebnisse und ihre Empfindungen sprechen und sich praktische Tipps und Unterstützung holen. Geschäftsführerin Silke Krüger begleitet diese Treffen persönlich und steht den Teilnehmenden mit Rat und Tat zur Seite.
Titelbild von gpointstudio auf Freepik
3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Das liegt wohl auch daran, dass sich die Angehörigen an nichts mehr erinnern können und sie das gesamte Leben mit ihrer Krankheit beeinträchtigen. Damit ist natürlich nicht nur das Leben des Patienten gemeint. Angehörige sollten sich nicht nur bei der Pflege Hilfe suchen, sie sollten sich auch psychische Unterstützung suchen, um mit allem zurecht zu kommen.
Mein Großonkel leidet an Demenz. Danke für den Tipp, dass man als Angehöriger die eigene Belastung im Blick behalten sollte. Ich werde seiner Frau raten, einen Pflegedienst für Demenzkranke zu kontaktieren.
Meine Oma leidet leider an Demenz. Demenz ist eine schreckliche Krankheit und ich denke, dass es für pflegende Angehörige besonders belastend ist. Ich finde es notwendig, dass Angehörige ihr eigenes Wohlbefinden im Griff haben sollen. Man muss sich die Zeit für sich selbst auf jeden Fall nehmen. In diesen Fällen ist oft meine Meinung nach, ein Pflegedienst sehr hilfreich. Danke!